Weniger Verzicht, mehr Genuss

Januar 2nd, 2010

Das Jahr 2010 hat gerade begonnen und viele Menschen nehmen den Jahreswechsel zum Anlass die Dinge zu benennen, die anders werden sollen. Die guten Vorsätze, auch wenn sie oft nur kurze Zeit als solche präsent bleiben und selten zu wirklichen Veränderungen führen, zeigen mit welchen Dingen wir unzufrieden sind und wie wir uns eine bessere Zukunft vorstellen.

In den meisten Fällen haben diese Vorsätze mit Verzicht zu tun: weniger essen, weniger rumsitzen, weniger Geld ausgeben usw. In Zeiten des Klimawandels und des immer stärker werdenden Bewusstseins für eine ökologische und nachhaltige Lebensweise, denken viele Menschen auch über die Auswirkungen ihres Verhaltens auf unser Ökosystem nach. Das führt dann zu den entsprechenden Neujahrsvorsätzen wie: weniger Energie verbrauchen, weniger Auto fahren, weniger kaufen. Jetzt wo doch alle vom vielen Verzicht reden den der Klimawandel mit sich bringt, vom Ende des Wohlstands, des bequemen und unbesorgten Lebens. Da heisst es Licht ausschalten, Heizung runterdrehen und frierend mit Rentierpulli im Dunkeln sitzen und sich asketisch am so vorbildlich ausgeübten Verzicht zu erfreuen.

Während diese Vorsätze durchaus lobenswert sind, haben alle das gleiche grundsätzliche Problem: sie propagieren Verzicht! Und wer will schon verzichten? Verzicht bedeutet weniger haben, bedeutet Bedürfnisse zu unterdrücken, bedeutet Nein zu sagen! Das ist das Grundproblem der guten Vorsätze, deswegen wird aus der Theorie leider selten auch Praxis. Die Amygdala, unser Lust- und Belohnungszentrum im Hirn macht es uns schwer nach Verzicht zu streben, denn Belohnung in Form von Glückshormonen gibt es nur für Genuss. Eine Zwickmühle also, wie kommen wir vom Verzicht zum Genuss und ändern gleichzeitig unsere Lebensweise?

Die Antwort ist einfach: die Perspektive entscheidet über Verzicht oder Genuss. Denn was wir bei der vorher genannten Perspektive nicht sehen ist, dass der Verzicht nicht erst in der Zukunft durch selbstgemachte oder politisch bedingte Änderungen kommt, sondern schon sehr lange ein ganz selbstverständlicher Teil unseres Lebens ist. So verzichten wir schon seit Jahrzehnten auf:

  • saubere Luft
    weil wir umgeben sind von PKW, LKW und diversen Formen von motorisierten Zweirädern, die im Zusammenspiel mit der Industrie eine gigantische Menge an Feinstaub und anderen Schadstoffen produzieren, die unsere Gesundheit schädigen und zu Krankheiten führen.
  • Ruhe
    weil wir umgeben sind von Lärmquellen, durch eben genannte mit Verbrennungsmotoren angetrieben Verkehrmittel, Industrie und andere Dinge, die unseren scheinbar so bequemen und verzichtfreien Lebenstil ermöglichen.
  • Sicherheit
    weil wir in den 80er Jahren bereits die erste nukleare Katastrophe in Tschernobyl erlebt und nicht daraus gelernt haben, sondern in unmittelbarer Nähe weiterhin Atomkraftwerke betreiben die immer wieder mit neuen Störfällen auf sich aufmerksam machen.
  • Gesundheit
    weil wir Lebensmittel, Kleidung, Möbel und technische Geräte kaufen, die mit Chemikalien vollgestopft sind, weil unser Obst und Gemüse den Geschmack durch Aromastoffe bekommt und wir nicht einmal die Inhaltstoffe dessen kennen, was unser Organismus verdauen muss.
  • Geld
    weil wir viel Geld ausgeben um mit dem Auto ins “Grüne” zu fahren, mit dem Flugzeug an die See zu fliegen, uns Dinge zu kaufen, die uns durch ihren Konsum das Glücksgefühl wieder zu geben, auf das wir schon so lange verzichten.
  • Zeit
    weil wir mehr und mehr arbeiten um vermeintlich mehr Ruhe, mehr Sicherheit, mehr Geld, mehr Genuss zu haben, weil wir stundenlang im Auto im Stau stehen, einen Parkplatz suchen, im Supermarkt an der Schlange stehen.
  • Gerechtigkeit
    weil wir für all diesen scheinbaren Wohlstand und Genuss andere Menschen und Ökosysteme ausbeuten, unterdrücken, bekriegen oder vernichten.
  • Spaß
    weil wir totz dieses Wohlstands und das ganzen Genusses immer weniger Spaß am Leben haben, immer mehr das Gefühl haben zu verzichten und immer weniger Genießen können.

Wenn wir unser Leben also mal genau betrachten, ist das alles ziemlich absurd. Wir verwenden unglaublich viel Zeit und Energie darauf zu verzichten! Dabei sind das genau die zwei Resourcen in unserem Leben, die begrenzt sind: Zeit ist die einzige Sache, die wir nicht wieder finden können wenn wir sie verloren haben und unsere Energie ist abhängig davon wie wir in eben dieser Zeit mit unserem Körper umgehen.

Natürlich ist das alles ziemlich stark polemisiert und pauschalisiert, aber es zeigt wie wir einem scheinbaren Genuss hinterherhetzen und dabei mehr und mehr verzichten. Warum also nicht mal die Perspektive wechseln und das ganze umdrehen: Genuss statt Verzicht! Das bedeutet wir genießen mehr weil wir:

  • öfter mal das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder mit der Bahn fahren und keinen Stau, keine Parkplatzsuche und keinen Stress haben. Und je mehr Menschen wir mit diesem Genuss anstecken können, desto besser wird auch die Luft
  • bewusster mit unserem Stromverbrauch im Haushalt umgehen und durch energie-effiziente Produkte das Leben einfacher machen und dabei eine Menge Geld sparen.
  • mehr auf Qualität als auf Quantität bei unseren Lebensmitteln und anderen Konsumgütern setzen und Dinge kaufen die in unsere Umgebung hergestellt werden und deren Herstellungsprozess ohne Chemikalien auskommt.
  • Spaß am Leben haben, mehr Zeit zu genießen und mehr Energie für die Dinge die uns wirklich wichtig sind.

In diesem Sinne wünscht Green Life Ihnen ein genussreiches Jahr 2010, wir freuen uns darauf auch in diesem Jahr mit vielen Veranstaltungen und Vereinleistungen den Spaß und Genuss an einer nachhaltigen Lebensweise zeigen zu können!

Veranstaltung: WEINPROBE im Dorotheum

Oktober 26th, 2009

Überzeugen Sie sich wie gut nachhaltig angebaute Weine schmecken!

Am Dienstag, den 10. November 2009 wird das Atrium des Winterhuder “Dorotheums” zum Testlabor für alle Weinliebhaber. Wir möchten Sie herzlich zu einer Verkostung ökologisch angebauter Weine aus verschiedenen europäischen Ländern einladen.

Unter der Leitung vom Experten Frank Nasemann gibt es eine Reise durch die Anbaugebiete und viele weitere tolle Informationen rund um das Thema Wein. Fragen Sie was Sie schon immer über Wein wissen wollten, probieren Sie und überzeugen sich selbst von der erstklassigen Qualität dieser edlen Tropfen.

Der Kostenbeitrag für die Verkostung der Weine inklusive leckerer Snacks beträgt 10,- EUR für Green Life e.V. Mitglieder und 20,- EUR für alle anderen Besucher. Ein Grund mehr noch heute Mitglied bei Green Life zu werden. Das Anmeldeformular finden Sie gleich hier!

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um verbindliche Anmeldungen bis zum 09.11.2009, bitte verwenden Sie dafür das untenstehende Formular. Ihre Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

Datum: 10. November 2009
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Weinhandlung DOROTHEUM
Dorotheenstr. 176
22299 Hamburg
www.weinevomgut.de

Currywurst 2.0

Oktober 25th, 2009

Fast Food wird Clever Food

Sein wir mal ehrlich, das Ding schmeckt leider und tut manchmal viel fürs seelische Wohlbefinden. Dass es selbst bei so ernährungstechnisch negativ belegten Themen wie der Currywurst zu exzellenten Fortschritten in Hinsicht auf Nachhaltigkeit kommt freut uns. Denn viele von uns sind selbst Liebhaber des Deutschen liebster Wurst. Wenn man beim Fleischverzehr aber auch ein bisschen mitdenkt und clever konsumiert, kann man schon viel bewegen.

Bei einer Erkundungstour am Winterhuder Marktplatz stießen wir jetzt auf die neue Bio-Currywurst der Hamburger Firma Schmitt Foxy Food, die in immer mehr Stadtteilen Hamburgs und bereits überregional in Deutschland vertreten ist. Schmitt Foxy Food bezieht seine Biowurst von einem Biofleischhersteller in der Nähe von Hamburg, wo laut Presseinformation die Tiere “im Winter im Stall auf Stroh und im Sommer auf der Wiese stehen” – vorbildlich. Biofleischhersteller verwenden pestizidfreies Tierfutter aus eigener Produktion und benötigen keine Medikamente wie Antibiotika. Bei ihren Würsten verzichtet  Schmitt Foxy Food auf Zusatzstoffe wie Glutamat oder Lactose. All dies schmeckt man, wie wir beim Eigenversuch feststellen konnten. Nach diesem schmackhaften Test will man nie mehr zurück zur alten Industriewurst, die man fast immer aufgetischt bekam. Niemand erinnert sich gern an das was da wohl drin sein könnte.

Ergänzte man die zur Bio-Currywurst gehörige obligatorische Pommes noch durch einem schönen Bio-Ketchup, wie ihn z.B. der amerikanische Heinz Ketchup Konzern und andere Produzenten mittlerweile in jedem Supermarkt anbieten, und schon wird aus dem Thema Wurstgenuss ein ganz neues Lebensgefühl. Die neue Currywurst ist ein tolles Produkt, auf das wir viel zu lang gewartet haben.

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