Eine Meinung von Green Life – Mitglied “Guido Pelka”
Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen kann.
Im erweiterten Sinn eines „Zustands des globalen Gleichgewichts“ taucht der Begriff sustainable 1972 im Bericht Die Grenzen des Wachstums an den Club of Rome erstmals an prominenter Stelle auf.
„We are searching for a model output that represents a world system that is: 1. sustainable without sudden and uncontrollable collapse (…)“
– Dennis L. Meadows: The Limits of Growth 1972
Das Adjektiv sustainable findet dann 1974 in einem Dokument des Ökumenischen Rates der Kirchen Eingang, der bei der Definition eines neuen sozialethischen Leitbilds die Formulierung „just and sustainable society“ verwendet. Schließlich findet sich sustainable 1980 in der World Conservation Strategy, einer Richtlinie für den weltweiten Naturschutz, die unter der Schirmherrschaft des Generalsekretärs der Vereinten Nationen erarbeitet worden war.
Es ist Sonntag, später Nachmittag. Einer dieser Nachmittage, die Zeit lassen sich mit Begriffen und Situtationen auseinanderzusetzen und einem sonst eher wie ein Echo der globalen Kommunikation über die Lippen rutschen. Die Welt redet. Sie redet neuerdings sehr häufig und immer häufiger von „Nachhaltigkeit“. Der Begriff ist fast schon modern, beinahe populär. Das erkennen die Werbestrategen, die Produktentwickler und bahnen dem Begriff den Weg in neue Funktionen. Nachhaltigkeit ist der neue Messagetransmitter wenn es darum geht dem Verbraucher das Gefühl zu geben, etwas sinnhaltiges zu konsumieren. „Nachhaltigkeit“ ist die neue Rechtfertigung die man dem Konsumenten ins gesteuerte Kaufverhalten mischt, damit er nicht den Ansatz eines schlechten Gefühls als Keimzelle der Fragestellung „Ist das wirklich gut oder nötig“ verspürt sondern guten Gewissens kauft. Bleibt zu prüfen wie nachhaltig die Nachhaltigkeit wirklich ist.
Mir stellt sich die Frage, warum dennoch, wenn ja jeder jeden Tag liest und hört, dass es klimatechnisch gesehen schon 5 vor 12 ist, so wenig wirklich passiert. Warum so wenige Menschen tatsächlich etwas an sich ändern und wirklich nachhaltiger konsumieren. Nun, was bedeutet es eigentlich für den einzelnen wenn er nachhaltiger leben will? Und vor allem, was hat der einzelne davon?
Ich betrachte dies als die Kernfragen deren Antworten meiner Ansicht nach den Umgestaltungsprozess von einer Sodom und Gomorra Gesellschaft zu einer nachhaltigkeitsorientierten Gesellschaft stark vorantreiben werden. Ich glaube nämlich, und damit bin ich nicht alleine sondern reihe mich in eine lange Riege Wissenschaftler und Philosophen ein die genauso dachten und denken, dass der Mensch Nachhaltigkeit nicht als vorderstes Prinzip anerkennen will oder kann, weil es ihn nicht betrifft. Nachhaltigkeit wirkt sich heute gelebt in einer Zeit aus, die man selber nicht sicher erlebt. Man kann an dieser Stelle mit Statistiken zur Lebenserwartung und Regenerationszyklen um die Ecke kommen, aber davon nehme ich gerne Abstand. Man braucht keine Statistik um zu verstehen, dass das meiste von dem was ich nachhaltig verändere sich erst in vielen Jahren auswirkt. Auch wenn ich die subjektiven Erfolgserlebnisse meist schon sofort spüren kann.
Beispiel Stromanbieter. Ich wechsle heute und spare ab nächsten Monat. Wenn das Ziel meiner Nachhaltigkeit also die Ersparnis war, dann habe ich einen schnellen Erfolg. Und weil es um Geld ging bin ich als Mensch sofort konditioniert. Also her mit den Nachhaltgkeitslösungen – ich will Geld sparen und zwar sofort! Aber halt- das Ziel der Nachhaltigkeit ist nicht die Ersparnis. Es soll, um beim Beispiel Strom zu bleiben, eine Umstellung bis hin zur Vollversorgung mit erneuerbaren Energien erfolgen. Und auch das ist nicht das Ziel der Nachhaltigkeit sondern nur ein Mittel um diese zu erreichen. Eine Umstellung bis hin zur Vollversorgung mit regenerativen Energien wird bei derzeitigem Entwicklungstempo noch mindestens 60 Jahre dauern. In 60 Jahren wäre also der Schritt der im Stromthema die Nachhaltigkeit vollumfänglich für den Sektor der Stromgewinnung abschließt, getan. Ab hier würde die Nachhaltigkeit in der Stromgewinnung also beginnen. Ohne mich, wage ich zu behaupten. Denn meine Befürchtung ist, dass ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr lebe.
Warum also, sollte ich, 38 Single, keine Kinder, also über Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien nachdenken? O.K. wegen der Summe Geld die ich spare wenn ich auf Ökostrom umschalte vielleicht? Gehen wir von 120€ im Jahr aus, dann würde ich in 60 Jahren (also bis zum Zeitpunkt wo es nur noch regenerative Energien gibt) also 7200€ erspart haben. Für einen bis dahin 98 Jahre alten Rentner eine riesige Summe. Aber zieht man eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,5 % von meinem Ersparten ab, dann ist bereits nach 6 Jahren mein Vorteilsparen aufgebraucht. Wenn man also versucht den Menschen wirklich von der Sinnhaftigkeit der Nachhaltigkeit zu überzeugen, dann darf man nicht ernsthaft mit dem Argument des Sparens für die Umwelt kommen. Das ist unehrlich und degradiert die Nachhaltigkeit zu einem KIK Produkt.
Nachhaltigkeit bedeutet aber viel mehr und deswegen finde ich, muss man diesen Begriff mit den Dingen Erklären, die Überzeugung schaffen. Denn es liegt auf der Hand das jeder der heute mit dem Begriff konfrontiert wird und dazu animiert werden soll nachhaltig zu leben, automatisch in einen Konflikt gerät. Nachhaltig Leben?! So leben, dass man auch später, also auch viel später, noch leben kann! Auch dann wenn man schon tot ist! Wie soll das gehen und welchen Sinn macht das ganze wenn ich es nicht schaffe ewig zu leben. Was habe ich davon? Denn sind wir doch mal ehrlich. Wie faszinierend ist eine Sache wenn sie mir nicht direkt etwas bringt und wie motiviert sind wir wenn wir eine Aufgabe die so schwer erscheint wie der Klimawandel zu erfüllen, wenn wir wissen, das wir sie in einem kompletten durchschnittlichen Lebenszyklus nicht bewältigen können? Sind wir ehrlich und stehen dazu, dass wir nur sehr schwer wenn überhaupt dazu zu bringen sind, etwas für die kommenden Generationen zu tun. Ausgenommen die die Kinder haben, die haben in diesem Punkt einen andere Einstellung. Solche Menschen fahren ihre Kinder gerne auch mal mit dem 3-Liter Hubraum Cayenne zur Schule, in der die Kinder so viel Grundmathematik beigebracht kriegen, dass sie später nicht mal ausrechnen können wie energieineffizient dieser Ausdruck der Fürsorge war.
Wir Menschen sind bei solchen Dingen nie wirkliche Kollektivarbeiter. Die anderen machen das schon. Warum ich? Ach, jetzt nicht, später! Oder einfach „Äh, keine Ahnung!“ Warum mit einem Begriff befassen, der eine Handlung fordert, deren positive Auswirkung in einer Zukunft stattfindet, in der ich wohl schon Vergangenheit bin! (An dieser Stelle bin ich der Ansicht, dass für das Vorhaben den Lebenswandel umzugestalten der Begriff “Vorsorge” besser geeignet wäre als der Begriff “Nachhaltigkeit”. Weil er zum einen auf einen bevorstehenden Zeitraum (Vor) hinweist, der ohne die nötige Vorbereitung zur Sorge Anlass gibt und somit auffordert sich zu Sorgen! Also ein Begriff mit aufrufendem, appellierendem Charakter. Nachhaltigkeit stellt sich eher lähmend dar. Nach beschreibt auf den ersten Blick eine Vergangenheit, haltigkeit deutet doch eher auf einen Stillstand, ein Halten der Situtation hin. Wie ich finde ein Begriff der auf den ersten Blick eher zur Stagnation und zur Passivität aufruft als dazu, etwas zu verändern. Erst wenn man bei Wikipedia nachschlägt erfährt man wie nachhaltig die Nachhaltigkeit gemeint ist.)
Eine Dame aus Schweden hat mich dazu animiert einmal ganz neu über Leben und Leben nach dem Tod nachzudenken und dabei wurde mir der Sinn der Nachhaltigkeit klar. Wir leben und wir sterben. Aus Platzmangel setzt sich die Feuerbestattung immer mehr durch. Da wir zum Großteil aus Eiweißverbindungen bestehen, wird nach der Verbrennung nicht viel von uns überbleiben und nichts von dem was übrig bleibt ist dazu in der Lage irgendetwas lebendiges zu schaffen. Auch die konventionelle Bestattungsart, so mit Sarg und schickem Anzug, sorgt nicht dafür, dass aus uns etwas lebendiges entsteht. Einmal von parapsycholgischen und religiösen Aspekten abgesehen, gibt es nach dem Tod also erstmal nichts! Das mag jetzt hart klingen, ist aber so.
Die erwähnte Schwedin ist der Sache auf den Grund gegangen und hat herausgefunden, dass wir einfach nur zu tief begraben werden. Wenn wir einfach nur auf der Erde lägen und nicht tiefer als die Humusschicht dick ist, dann würden wir zersetzt und damit zu Nährböden für Pflanzen. Jeder kennt das Bild eines Tierkadavers am Straßenrand. Nach ein paar Tagen kommen die Maden und nach ein paar Wochen ist nichts mehr zu sehen von der toten Amsel. Sie wurde zu Nährstoff für andere Lebewesen und ist damit eingebunden in einen so genannten ewigen Kreislauf des Lebens. Jetzt kann man es nachvollziehen, das ein Friedhof unappetitlich erschiene, lägen dort hunderte Leichen nur so auf der Humusschicht und westen so vor sich hin! An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir dem Sinn der Nachhaltigkeit schon ganz nahe sind. Diese Schwedin jedenfalls hat sich gedacht, man müsse den menschlich Kadaver pulverisieren und dann in die Humusschicht einbringen. Das sieht dann nicht mehr eklig aus und riechen tut es auch nicht. Wie sollte man aber einen durchschnittlich 75 KG 165cm großen Eiweißknochenkadaver pulverisieren? Fleischwolf? Drechsler? Wer außer den empfindungsfreien Diktatoren der alten und neuen Welt könnte das tun?
Die Lösung war Tiefstgefrieren. Wasserstoff gefriert den toten Körper und ein anschließendes Vibrationsverfahren rüttelt den tiefgefrorenen Leichnam in ein feines Granulat das man dann in einem feierlichen Begräbnis ca. 5-10cm tief in die Erde einlegt und bedeckt. Bereits unmittelbar nach dem Tauprozess beginnt der Kreislauf des Lebens. Der verstorbene Mensch wird Nährboden für beispielsweise einen Baum. Der treibt Äste und Früchte, oder Samen. Dadurch entsteht Nahrung und Lebensraum für andere Lebewesen, Insekten und Vögel u. a. Es entstehen neue Pflanzen und Bäume und Tiere und Menschen und Leben. Vermutlich kriege ich selber davon nichts mit aber vielleicht doch schon jetzt. Ich kann mich entscheiden als was ich weiterleben möchte. Als deutsche Eiche, als Kiefer oder Nordmanntanne oder als Haselnussstrauch mit Vogelnestern drin. Vielleicht mögen meine Enkel die Geschichte vom Opa der zum Tannenbaum wurde.
Vielleicht werden die Menschen mit dem Abholzen der Regenwälder aufhören wenn man Ihnen klarmacht, dass dort in den Bäumen die Seelen der Vorfahren leben? Vielleicht aber wird uns damit die Möglichkeit geboten, selber einen Nutzen von der Nachhaltigkeit zu haben. Denn eins ist klar, wenn wir davon reden den Planeten zu retten, dann meinen wir nicht wirklich den Planeten. Eigentlich ist er uns bei diesen Parolen meistens völlig egal. Der Planet braucht unsere Hilfe nicht, denn ob Sie es glauben oder nicht, er wird auch dann noch da sein wenn wir schon längst nicht mehr als Spezies darauf leben können weil wir ihn unbewohnbar gemacht haben. Es wird vielleicht nicht mehr der blaue Planet sein sondern nur noch ein schmuckloser Fels der durch’s Weltall gondelt, aber es wird den Planeten noch geben. Nur uns nicht.
Deswegen wäre es sinnvoller wenn die Parolenschwinger wenigsten ehrlich blieben und mal ‘ne Parole raushauen würden wie: “Menschen, wir haben ne Scheißangst das wir aussterben. Lasst uns wenigstens sicherstellen, dass die Kiste so lange hält bis wir eines natürlichen Todes gestorben sind.“ Ja, und danach schmeißt der letzte die Fackel auf’s Dach oder was? Oder kommt dann der nächste Parolenschwinger? Bekommt dann jede Generation ihre eigenen Weltretter?
Betrachten wir die Sache mal etwas leichter und beschwingter. Wir können also durch das neue Beerdigungsverfahren tatsächlich ewig leben. Und dabei sogar als Gestaltwandler die Welt aus verschiedenen Perspektiven erleben. Naja, dass man das kann müssen Sie jetzt einfach mal glauben. Das ist ja für uns Menschen nicht so schwer, schließlich glauben wir auch Politikern ihre Wahlversprechen, der Kirche haben wir nicht zuletzt den Ablasshandel abgekauft- eine Gaunerei alla Salvatori für die man als Hütchenspieler ins Gefängnis kommt. Also glauben wir daran, dass wir nicht im Himmel weiterleben, sondern auf der Erde, dann muss es uns egoistisch veranlagten Kosmopoliten ein Ansinnen sein, dafür zu sorgen, dass es auch später noch eine Erde gibt auf der etwas wächst in dem wir weiterleben können. Und dafür können wir jetzt schon sorgen. Es gibt so vielfältige Möglichkeiten, Ökostrom, Versorgung mit Lebensmitteln aus der Region, Energiesparlampen, Elektroroller, Elektroautos, plusEnergiehäuser uvm.
Wer also will dass er auch nach dem Leben eine Welt zum Leben vorfindet, der tut etwas dafür! Jetzt! Ich tu es und es macht Spass. Mein Ziel: Ich will als Baum auferstehen, 30 Jahre lang wachsen und mich an der Sonne erfreuen, dabei jedes Jahr meinen Samen in die Welt tragen lassen und in noch mehr Bäumen weiterleben. Irgendwann will ich als Schrankwand bei Ikea die Leute faszinieren und danach den Wertstoffprozess durchlaufen und als Kompostdünger über Tulpenfelder in Amsterdam gesprüht werden…..Ich will leben und darum arbeite ich an einer Welt zum Leben!
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