“UMWELTHAUPTSTADT” WEHRT SICH MIT ALLER MACHT GEGEN AUFKLÄRUNGFAHRTEN DES EINZIGEN UMWELTBOOTS AUF DER ALSTER
Die Hamburger Umweltbehörde hat die Idee des gemeinnützigen Vereins Green Life abgelehnt, ein weiteres Jahr kostenlose Umwelttouren für alle Bürger auf der Alster anzubieten (zum NDR Hamburg Journal Bericht mit diesen Link). Die SOLARIS hatte ihre Fahrerlaubnis im Umwelthauptstadtjahr 2011 nur erhalten weil sich ein Alsteranleger zur Verfügung stellte und sein Dieselmotorboot für die Solaris in 2011 still legte. Es bestand von Seiten der Umweltbehörde bis dahin kein Interesse noch aktive Förderung für ein Umweltboot und Aufklärungsfahrten auf der Alster im Umweltjahr. Nun soll mit den kostenlosen Umwelttouren, die der Regierung offensichtlich ein Dorn im Auge sind, endgültig Schluss sein. Zuvor wurde der Betrieb erschwert soweit es nur ging. Die SOLARIS bekam nach langem Insistieren nur eine Erlaubnis für drei Tage die Woche, dann wurde die Fahrten an das “Umwelthauptstadtlogo” gekoppelt und auf den 30.10.11 begrenzt, ursprünglich untersagte die Fahrerlaubnis sogar Fahrten mit Personen zu Vorführungszwecken. Eine gesetzliche Grundlage zu schaffen für CO2-freie Elektromobilität zu Schulungszwecken für Kinder, Schüler und alle, die unsere Welt demnächst gestalten werden, scheint für den Senat keine Option.
Amsterdam, der Freistaat Bayern und das Land Taiwan haben bereits jegliche umweltschädliche Dieseltechnik per Gesetz abgeschafft im Binnenschifffahrtsbereich. Elektroboote werden hier gefördert, brauchen in Bayern z.B. nur noch eine TÜV Prüfung und gar keine behördliche Anmeldung mehr auf Binnengewässern.Green Life hatte zusammen mit Utopia und dem Hersteller Solarwaterworld ein baugleiches Boot auf den Starnberger See gebracht, das dort ebenfalls begeistert aufgenommen wurde.
Die zentrale und für alle Bürger für Touren einfach zu erreichende Alster soll gegen das emissionsfreie Boot geschützt werden. Hierzu wird die Alsterschifffahrtsverordnung bemüht, die alle bisher vorhanden und genehmigten Boote legitimiert und deren eigentliche Hauptaufgabe der Gewässerschutz sein sollte. Der Sprecher der BSU (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt), Christian Landbeck, entgegnete auf unzählige schriftliche Anfragen von Hamburger Bürgern, die weiterhin aktiven Umweltschutz auf der Alster mit der SOLARIS wollen mit der Begründung, die Alster schützen zu wollen. Aus dem Antwortschreiben: “Bitte haben Sie Verständnis dafür dass die Alsterschifffahrtsverordnung dem Schutz des Gewässers und der Ufer sowie der Tiere und Pflanzen und der Landschaft dient und der Alster als Naherholungs-und Sportgebiet erhalten soll.“
Alle auf der Alster zugelassenen Motorboote unterliegen dieser Alsterschiffahrtsverordnung und werden mit zwei Ausnahmen mit Öl und Dieselkraftstoff betrieben. Wie soll dieser Sachverhalt die Umwelt und das Gewässer schützen? Die Vorbildfunktion und das Alleinstellungsmerkmal des in 2010 gebauten Solarbootes SOLARIS, das 100% emissionsfrei ist und seine Energie autark an Bord herstellt sei keine Grundlage für eine generelle Fahrerlaubnis und kostenlose Touren für Schüler und Hamburger Bürger. Auch die mit zwölf Jahre alter Technik ausgestattete “Alstersonne” der Alstertouristikgesellschaft fahre mit Solartechnik. Eine Tour mit der Barkasse kostet für Erwachsene ab 16 Jahren 13.00 EUR und für Kinder 6,50 EUR.(Quelle: ATG Website). Die Alsterflotte sollte nach und nach auf umweltfreundliche Antriebe umgerüstet werden, so die vollmundige Ankündigung aus dem Jahr 2000. Mit Steuergeldern angeschafft wurde seitdem nur ein Brennstoffzellenboot für 7,5 Millionen Euro, das gleich zu Beginn 2010 nach einem technischen Defekt ein Jahr wieder in der Werft lag.
SEIT 11 JAHREN KEINE UMRÜSTUNG AUF UMWELTFREUNDLICHE ANTRIEBE
Die “vergleichsweise strengen Maßstäbe der Alsterschifffahrtsverordnung” sehen keine Proleme bei Passagierschiffbooten, die alle zwei Wochen ca. 1000 Liter Diesel benötigen ( Aussage des Heizers einer Alsterbarkasse auf Green Life Nachfrage) und natürlich permanent Abgase durch ihre Auspuffe ausstossen. Wer mit der SOLARIS gefahren ist, so wie mittlerweile über 1500 Bürger, konnte sich live davon überzeugen. Auch alle anderen Motorboote auf der Alster, die jährlich eine neue Fahrerlaubnis erhalten, mussten bislang nicht auf CO2-freie Antriebe umgerüstet werden. Auch die Klimaziele der Stadt Hamburg sehen dies anscheindend nicht vor. Die SOLARIS ist nach überprüfbarem Kenntnisstand das einzige Boot, das alle Auflagen erfüllt, die die Maßstäbe zur Verordnung bilden. Hier die Fakten:
Die Alsterschifffahrtsverordnung schreibt in ihrem § 2 Absatz 3 vor:
(3) Die Erlaubnis kann den Fahrbetrieb auf bestimmte Zeiten und das Fahrtgebiet auf einzelne Gewässerabschnitte oder -strecken beschränken. Sie wird grundsätzlich nur befristet erteilt und kann mit einem Widerrufsvorbehalt versehen werden. Die Erlaubnis kann versagt, an Bedingungen und Auflagen geknüpft werden, soweit das Wohl der Allgemeinheit, die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs, die öffentliche Ruhe, der Schutz des Eigentums, der Uferbepflanzung oder Uferbefestigung, der gewässerbezogenen Flora und Fauna oder die Reinhaltung oder Unterhaltung des Gewässers es erfordern oder die von der Maschine erzeugten Emissionen den aquatischen Lebensraum oder die Luft nachteilig verändern können.
Hamburg bekämpft den Klimawandel mit Diesel und Öl
Unzählige Bürger schrieben der Behörde und der Umweltsenatorin Jutta Blankau ( SPD) Fragen wie diese: “Wie sollen wir unseren Kindern erklären, dass Alsterdampfer mit einem unfassbar hohen Dieselverbrauch auf der Alster fahren dürfen, ein solarbetriebenenes, ohne jeglichen CO2-Ausstoss fahrbares, vollkommen geräuschloses Boot jedoch nicht gewünscht oder von den bestehenden Vorschriften nicht erlaubt sein soll?”
Trotz Ihrer Zusage zur Hilfe vor 250 Zuschauern beim Umwelt Dialog auf Kampnagel im Juli 2011 ist von der Umweltsenatorin seitdem in der Sache nichts zu hören. So wie auch schon von ihrer Vorgängerin Frau Hayduk von der GAL herrscht solare Stille bei der Kommunikation mit den Bürgern, die offensichtlich das Sonderrevier Alster nicht für die weisse Flotte reserviert sehen wollen, sondern für ihre Kinder. Obwohl man grundsätzlich nichts gegen die Sache habe, ist ein Fortführen von Umweltschutz, wie ihn die Mitglieder von GREEN LIFE selbst finanziert anbieten, nicht möglich. Dies, obwohl der Masterplan der Stadt Hamburg aus 2010 zur Verbesserung der Umwelt genau dies fordert – die Förderung des Bürgers, der sich einbringen soll beim Umweltschutz und seiner Aufklärung beim Erreichen der Klimaziele.
HAMBURG BRAUCHT MEHR UMWELTSCHUTZ AUF DER ALSTER. DIES HATTE DIE SPD NOCH 2010 GEFORDERT. DIE ALSTER BRAUCHT DIE SOLARIS. WIE IST IHRE MEINUNG? SCHREIBEN SIE DER UMWELTBEHÖRDE!









